EU-Drohnenverordnung: Neuigkeiten ab 2021

Warnschild EU DrohnenverordnungWelche Änderungen wird es geben?

Die EU-Drohnenverordnung (Durchführungsverordnung (EU) 2019/974) sollte zum 01.07.2020 in Kraft treten, allerdings führten unter Anderem die Covid-19 Umstände zu einer Verschiebung auf den 01.01.2021.

Das aktuelle Recht bleibt somit bis zum 31.12.2020 weiterhin gültig. Steuerer von Drohnen, die demnächst als Fernpiloten bezeichnet werden, stehen vor der Frage welche Änderungen sich für bestehende Drohnenmodelle und Nachweise ergeben:

Hier finden Sie unseren ersten Beitrag zur EU Verordnung. Dieser Beitrag beinhaltet eine kurze und verständliche Zusammenfassung der Verordnung.

Was muss ich zukünftig in der offenen Kategorie beachten?

Viele Fernpiloten gehen davon aus, ihren Betrieb in der offenen Kategorie (open category) durchführen zu können und fragen sich jetzt in welche C-Klasse (C0 bis C4) ihre aktuell genutzte Drohne kategorisiert wird. Dazu sei erwähnt, dass die C-Klassen vom Hersteller vergeben werden. Aktuell gibt es noch kein Drohnenmodell auf dem Markt, das hier bereits eingeteilt ist. Trotzdem dürfen die aktuellen Modelle zukünftig weiter genutzt werden, wobei der Fernpilot die Kategorisierung anhand der Tabelle selber vornehmen muss.

Tabelle EU Drohnenverordnung

Bitte beachten Sie, dass es weitere Auflagen aus der Verordnung geben wird (z.B. Registrierungen, direkte Fernidentifizierung oder Beachtung von Geo-Zonen / Geo-Sensibilisierung) und die Tabelle nur einen einfachen Überblick bieten soll.

Was ist, wenn ich die Auflagen der offenen Kategorie nicht einhalten kann?

Können die Auflagen der Drohnenklasse nicht erfüllt werden, so ist der Betrieb in der offenen Kategorie nicht möglich und man erreicht die spezielle Kategorie (specific category), in der Betriebsgenehmigungen einzuholen sind. Alternativ besteht auch die Möglichkeit auf die zwei veröffentlichten Standardszenarien zurückzugreifen:

  • STS-01 – VLOS über einem kontrollierten Bereich am Boden in einem bewohnten Gebiet
  • STS-02 – BVLOS über einem kontrollierten Bereich am Boden in einem dünn besiedelten Gebiet mit Luftraumbeobachter

Die exakte Umsetzung des Drohnenbetriebs in der speziellen Kategorie ist von behördlicher Seite in Deutschland noch nicht veröffentlicht, so dass wir hier gerade auf neue Informationen warten.

Benötige ich andere Kenntnisnachweise?

Eine weitere Neuerung wird bei den Nachweisen („Drohnenführerscheinen“) bzw. Kompetenzen von Fernpiloten eingeführt. Ein Ziel der Verordnung, die europaweite Harmonisierung der Drohnen-Regularien, führt auch zu neuen europäischen Nachweisen.

  • Der „kleine“ EU-Drohnenführerschein A1 / A3, auch EU-Kompetenznachweis genannt, der voraussichtlich durch einen Online-Lehrgang mit Online-Theorieprüfung beim Luftfahrt-Bundesamt erworben werden kann,
    Umfang der Prüfung: 40 Multiple-Choice-Fragen aus den Bereichen wie z. B. Luftrecht, Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, menschliches Leistungsvermögen etc.
  • Der „große“ EU-Drohnenführerschein A2, auch EU-Fernpiloten-Zeugnis genannt, der bei anerkannten Stellen abgelegt wird.
    Umfang der Prüfung: 30 Multiple-Choice-Fragen aus den Themengebieten Meteorologie, UAS-Flugleistung, technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden, sowie wahrscheinlich einer praktischen Flugprüfung.

Wo kann ich den EU-Kenntnisnachweis absolvieren?

Leider ist auch der genaue Ablauf der Prüfungen noch nicht endgültig beschlossen, denn für die EU Nachweise müssen die anerkannten Stellen erst wieder ihre Zertifizierung erhalten. Die Kopterzentrale wird schnellstmöglich versuchen diese Anerkennung zu erreichen, aktuell fehlen aber noch die Vorgaben vom Luftfahrt-Bundesamt. Deswegen möchten wir auch darauf hinweisen, dass es aktuell noch keine anerkannten Stellen nach dem EU Recht gibt. Nähere Informationen dazu werden Ende 2020 veröffentlicht.

Was ist mit meinem bestehenden „Drohnenführerschein“/ Kenntnisnachweis?

Bereits bestehende Kenntnisnachweise nach §21 LuftVO behalten bis 31.12.2021 ihre Gültigkeit und können danach auf den A1/A3 Nachweis umgeschrieben werden. In diesem Zuge sei auch erwähnt, dass die meisten Landesluftfahrtbehörden die Betriebs- und Sondererlaubnisse bis mindestens Mitte 2021 als Übergangslösung verlängern.
Um einen reibunglosen Drohneneinsatz zu Beginn 2021 zu gewährleisten, ist unsere Empfehlung die aktuellen Allgemeinerlaubnisse vieler Bundesländer zu beantragen oder bis zum Stichtag zu verlängern. Die nötigen Kenntnis- und Sachkundenachweise können Sie bis Ende Dezember bei uns absolvieren.

Da noch nicht alle Bereiche von behördlicher Seite geklärt und veröffentlicht sind, dient dieser Blogbeitrag nur zur ersten Übersicht. Wir werden neue Informationen rechtzeitig veröffentlichen und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den Neuerungen ab 2021 finden Sie auch auf dieser Seite des Luftfahrt Bundesamtes.

 

Häufige Fragen zur EU Drohnenverordnung

Bis wann sind meine aktuellen allgemeinen Betriebserlaubnisse gültig?

Voraussichtlich verlängern die meisten Landesluftfahrtbehörden die Betriebs- und Sondererlaubnisse bis mindestens Mitte 2021 als Übergangslösung. Unsere Empfehlung ist daher die Erlaubnisse vieler Bundesländer zu beantragen oder bis zum Stichtag zu verlängern.

Ist mein bereits vorhandener Drohnenführerschein/Kenntnisnachweis weiterhin gültig?

Für die aktuellen Drohnenführerscheine wird es eine Übergangsfrist von einem Jahr geben, so dass sie bis Ende 2021 gültig bleiben. Ab Januar 2022 müssen dann die neuen EU-Drohenführerscheine vorhanden sein. Die Kenntnisnachweise nach §21 LuftVO sollen aber in die EU-Kompetenznachweise A1 / A3 umgeschrieben werden können.

Kann ich die aktuelle DJI Mavic Mini in Deutschland ohne Beschränkungen und Erlaubnisse fliegen?

Das Gewicht der DJI Mavic Mini liegt zwar unter der 250g-Grenze, ist nun aber noch nicht offiziell in der C0-Klasse kategorisiert worden. Zur Übergangsregelung darf die Drohne aber in der Unterkategorie der offenen Kategorie A1 betrieben werden.

Trotzdem gilt: In Deutschland müssen zum Beispiel Lufträume, Versicherungspflicht und eventuelle Betriebsverbote grundsätzlich beachten werden!

Von welcher EU-Drohnen-Kategorie werde ich zukünftig betroffen sein?

Die gängigen gewerblichen Anwendungen werden zum Großteil in der offenen Kategorie oder der speziellen Kategorie eingeordnet werden. Je nachdem wie intensiv das UAS im Betrieb genutzt wird, macht eine eigene Beantragung oder der Anschluss an einen LUC Betrieb Sinn. Hier gilt es, wenn es soweit ist, die Kosten und Nutzen abzuwägen. Die Kopterzentrale wird die LUC Zertifizierung anstreben, wenn weitere Informationen dazu veröffentlicht werden.

Wie umfangreich werden die Prüfungen zu den neuen EU Drohnenführerscheinen?

Es wird einen kleinen und einen großen Drohnenführerschein geben.
Der kleine Nachweis kann voraussichtlich durch einen Online-Lehrgang mit Online-Theorieprüfung beim Luftfahrt-Bundesamt erworben werden. Die Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen aus den Bereichen wie z. B. Luftrecht, Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, menschliches Leistungsvermögen etc.

Der große EU-Drohnenführerschein, auch Fernpiloten-Zeugnis genannt, kann bei anerkannten Stellen abgelegt werden. Der kleine Nachweis wird dabei vorausgesetzt. Umfang der Prüfung sind 30 Multiple-Choice-Fragen aus den Themengebieten Meteorologie, UAS-Flugleistung, technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden, sowie wahrscheinlich einer praktischen Flugprüfung.

Wo können die Prüfungen für die neuen EU Drohnenführerscheine abgelegt werden?

Die Kopterzentrale wird natürlich versuchen annerkannte Prüfungsstätte für die neuen Drohnenführerscheine zu werden, allerdings fehlen hier noch genaue Informationen seitens der Behörden zur Zertifizierung. Wir werden Sie rechtzeitig informieren, wenn es möglich ist, die Prüfung zu den neuen Drohnenführerscheinen abzulegen. Aktuell ist das europaweit noch nicht möglich.

 

 

Tags: Drohnenverordnung, gewerbliche Drohnen, Aufstiegsgenehmigung, Drohnenführerschein, Kenntnisnachweis, anerkannte Stelle, LBA, EU-Drohnenverordnung, LUC, Aufstiegserlaubnis

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Anerkannte Stelle nach § 21d LuftVO
Registriernummer: DE.AST.016

Einsatzgebiet: deutschlandweit, Teile Europas

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